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Lebensversicherungen: bald weniger Provisionen?

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Für Versicherungsmakler gehört die Lebensversicherung sicherlich zu den interessantesten Angeboten. Schließlich lässt sich an den Policen derzeit eine ordentlich Provision verdienen. Der Politik ist dies neuerdings ein Dorn im Auge und nun fordern auch die Versicherungskonzerne ein Umdenken.

In der Süddeutschen Zeitung wird das Thema detailliert aufgerollt. Offensichtlich fürchtet die Branche einen kompletten Wegfall der Provisionen und möchte daher eine verbindliche Obergrenze. So liegt ein Schreiben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) vor, dass sich an die einzelnen Mitgliedsunternehmen richtet.

Inhalt des Schreibens ist die Bitte um „Meinungsbildung“ zu einer Kostenregulierung „in der Produktkalkulation und Vergütung des Vertriebs“. Angeblich wurden die Provisionen in dem ersten Vorschlag so knapp kalkuliert, dass DVAG, MLP oder Swiss Life Select vor größeren Problemen stehen dürften.

Dass der Verband Deutscher Versicherungsmakler direkt seinen Protest hat laut werden lassen, ist keine Überraschung. Andererseits ist der Trend zur Zahlung eines Honorars bereits EU-weit zu erkennen und wird in den Niederlanden, Großbritannien und einigen anderen Staaten auch schon praktiziert.

Angesichts der derzeitigen Schwierigkeiten im Vertrieb von Lebensversicherungen wären geringere Provisionen bzw. Vertriebskosten sicherlich sinnvoll. Schließlich wirken sich diese nachteilig auf die Garantiezinsen aus und machen das Produkt in Niedrigzinsphasen noch unattraktiver.

Zu den neuen Provisionen existieren auch schon Vorschläge: die GDV-Arbeitsgruppe sieht entweder eine Auszahlung von 3,5 bis vier Prozent der Beitragssumme mit einer Haftung für Storno von zehn Jahren oder zwei bis 2,5 Prozent mit fünf Jahren Haftung sowie zwei Prozent über die gesamte Laufzeit.

Vor allem die Stornohaftung ist für Endkunden geeignet. Nur, wenn sich ein Versicherungsmakler anstrengt und das passende Produkt empfiehlt, kann er von einer ausreichend langen Laufzeit ausgehen.

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