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Lebensversicherung: Termfix-Policen mit steuerlichen Risiken

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Die Idee ist gut. Warum Unsicherheit in Kauf nehmen, wenn sich das ohnehin zu vererbenede Geld auch in eine Lebensversicherung mit festem Ablauftermin und klar definierten Nutznießern packen lässt. Die Rede ist von den so genannten Termfix-Versicherungen, die nicht an den Todesfall gebunden sind, sondern einen genauen Termin anvisieren. Doch auch dieses Modell birgt Fallstricke.

Cash Online widmet dem Thema einen Artikel und nimmt unter anderem auf ein aktuelles Gerichtsurteil Bezug. Demnach entschied das Finanzgericht Köln (Urteil vom 30.01.2019 – 7 K 1364/17), dass Erbschaftssteuer fällig werden, da die Versicherungsnehmerin knapp zehn Jahre vor dem Auszahlungstermin verstarb. Das Finanzamt ging davon aus, dass die Erbschaftssteuer anhand des Kurswerts des Deckungsstockdepots am Todestag im Jahr 2013 anzusetzen sei.Seitens des Erben wurde darauf gedrängt, dass die Steuer erst 2023 und damit zum Zeitpunkt der Auszahlung gezahlt werden müsse, was jedoch vom Gericht anders gesehen wird. Demnach kommt es für die Ansetzung der Erbschaftssteuer auf das Versterben und nicht den Zufluss des Vermögens an. Hinzu kommt, dass der Anspruch auf die Versicherung zum Zeitpunkt des Versterbens unwiderruflich sei und der Termin der Auszahlung dabei keine Rolle spielt.

Der Vorteil besteht darin, dass eine eventuelle Werterhöhung nicht mehr von der Erbschaftssteuer berührt wird. Dem gegenüber steht allerdings das Problem, das eventuell ohne geerbtes liquides Vermögen ein hoher Betrag an Erbschaftssteuer bezahlt werden muss, was ggf. zu einer Beleihung der Police und damit verbundenen Zinsen führt. Ob hierzu noch ein Urteil des Bundesfinanzhofs folgt, ist derzeit unklar, sodass aktuell noch keine 100-prozentige Rechtssicherheit existiert. Es existieren jedoch Fallstricke, die es zu beachten gilt.

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