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Lebensversicherung: Handel mit Policen boomt

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Die klassische Lebensversicherung leidet unter immer stärkeren Imageproblemen. Nicht nur, dass aufgrund zu geringer Zinsen kaum noch Verträge verkauft werden – jetzt werden bestehende Policen auch noch verkauft. Und das gleich bündelweise.

Die „Welt“ berichtet darüber, dass beispielsweise die Ergo als Großanbieter mit rund sechs Millionen Verträgen eine komplette Auslagerung oder sogar Abwicklung plant. Der Grund: Lebensversicherungen binden zu viel Kapital und liegen damit wie Blei in den Bilanzen.

Auf der anderen Seite stehen interessierte Aufkäufer wie die Heidelberger Leben Gruppe. Dieses Unternehmen wird im zitierten Artikel sogleich „als Endlager für ungeliebte Lebensversicherungen“ bezeichnet und kümmert sich um die Verwaltung der nicht mehr lukrativen Verträge. Derzeit befinden sich die kompletten Portfolios der Heidelberger Lebensversicherung bzw. MLP Lebensversicherung und der Skandia bei der Run-Off-Gesellschaft, die vor allem von ihrer modernen IT-Infrastruktur profitiert.

Für Versicherte bietet die Heidelberger Leben den Vorteil, dass Anfragen um 40 Prozent schneller beantwortet werden und die Zahl der Bearbeitungsschritte auf ein Drittel geschrumpft wurde. Des Weiteren erfolgt die Kundenkorrespondenz ausschließlich digital, wodurch die Kosten für die Policen um rund zehn Prozent sinken.

Verbraucherschützer bemängeln derweil, dass der Kunde zur Ware wird und die Unternehmen die meisten Effizienzgewinne nicht an die Versicherten ausschütten, sondern selbst einstreichen. Bislang ist jedoch keine Finanzaufsicht auf diese vermeintliche Problematik aufmerksam geworden, was sich mit zunehmender Bedeutung der Run-Offs schnell ändern könnte.

 

 

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