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Lebensversicherung: Gesetzesreform vom Bundestag gebilligt

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Der Termin war in der Tat clever gewählt. Inmitten der Begeisterung über den deutschen Viertelfinalsieg gegen Frankreich, hat der Bundestag die Reform der Lebensversicherung gebilligt. Und damit ein wahrlich weitreichendes Gesetz auf den Weg gebracht.

Nicht nur der „Spiegel“ weist auf die Terminwahl hin und merkt zudem an, dass die Reform der Lebensversicherung durchaus hätte zu Protesten führen können. Bedenkt man, dass deutschlandweit 88 Millionen Policen existieren, versteht sich die hohe Relevanz von selbst.

Wir hatten im Rundumversicherungsblog bereits mehrfach über die Gesetzesreform und die vorangegangene Debatte berichtet. Nichtsdestotrotz seien an dieser Stelle noch einmal die wichtigsten Eckpunkte erwähnt.

Der wichtigste Aspekt ist sicherlich der Umgang mit den Bewertungsreserven. Flossen diese bei Kündigung bislang zur Hälfte den Versicherten zu, bleibt die Summe nun komplett bei der Versicherung. Genutzt werden soll das Geld, um die Versicherungskonzerne noch krisensicherer zu machen.

Auf der anderen Seite soll die Beteiligung an den Risikoüberschüssen steigen. Bislang wurden hiervon 75 Prozent ausgeschüttet, künftig sollen es sogar 90 Prozent sein.

Nicht beschlossen wurde eine Offenlegung der Provisionen für Versicherungsvermittler. Genau dieser Aspekt war vielerorts gefordert worden, doch behilft man sich nun mit eine Präsentation der so genannten Effektivkosten. Der Unterschied besteht darin, dass dieser Betrag über die komplette Laufzeit der Versicherung gerechnet wird und dadurch ein anderes Bild zeichnet. Gerhard Schick, Finanzexperte der Grünen-Fraktion sagt hierzu dann auch: „Das ist nicht das, was faktisch fließt“ und bemängelt – wie viele andere – die nachwievor vorhandene Intransparenz der Branche.

Ob die Reformen einen Vorteil bedeuten oder nicht, wird erst die Zukunft zeigen. Das vielbeschworene „Aus“ der Lebensversicherung ist allerdings sicher nicht zu erwarten.

 

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