Rundum Versicherungsblog

Schadensregulierung, Berufsunfähigkeit und PKV News

Lebensversicherung: eine Branche in Schieflage

| Keine Kommentare

Dass sich die Lebensversicherung in der Krise befindet, ist nichts Neues. Folgt man einer Reihe von Kommentatoren, so wird die Lage jedoch allmählich „brenzlig“ (Der Spiegel). Offensichtlich gelingt es einem Drittel der Anbieter auf dem deutschen Markt nicht mehr, die garantierten Zinsen und die notwendigen Reserven bereitzustellen.

Der „Spiegel“ beruft sich auf eine Studie des Lebensversicherungsaufkäufers Policen Direkt. Offensichtlich sind 30 der 84 untersuchten Lebensversicherer nicht mehr zur Deckung in der Lage und müssen daher neue Ertragsquellen erschließen. Konkret kann dies Risikogewinne bedeuten oder auch in der Reduzierung der Verwaltungskosten bestehen.

Ebenfalls problematisch für die Branche ist der derzeitige Trend, ganze Lebensversicherungssparten kurzerhand auszulagern. Aktuell prüfen die Ergo und Generali einen so genannten Run-Off, während zumindest die Allianz diesen Schritt noch ausschließt. Es zeigt sich aber auch beim Branchenprimus, dass die klassischen Lebensversicherungen mit Garantiezins nicht mehr angeboten werden.

Der so genannte Ertragspuffer der Lebensversicherer beläuft sich im Schnitt auf nur noch 0,22 Prozent der Deckungsrückstellung. Die Folge könnten höhere Beiträge für die Versicherten sein, was letztlich auch die Kunden von Risikolebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung betreffen kann. Es ist aber auch darauf hinzuweisen, dass die Lage bei den Versicherungsunternehmen sehr unterschiedlich ist und durchaus noch solvente Anbieter existieren.

Hinzu kommt, dass ohnehin kein Grund zur Panik besteht, denn allein aufgrund der Bewertungsreserven könnten die Forderungen aus den garantierten Versicherungssummen rund 3,5-fach bedient werden. Mit anderen Worten: für die Versicherten ist offensichtlich gesorgt.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.