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Lebensversicherung: Corona als „Sargnagel“

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Es war vor rund einem Monat, als der Bund der Versicherten (BdV) in Person des Vorstandsvorsitzende Axel Kleinlein „die Lebensversicherung zur Altersvorsorge legalen Betrug“ nannte. Hintergrund war die stetig steigende Stornoquote, die mittlerweile bei fast drei Prozent liegt. Die so genannten Run-Off-Lebensversicherungen erreichen hier noch höhere Werte.

Präsentiert werden die Zahlen und das Zitat bei Cash Online und das Handelsblatt ging vor ein paar Tagen davon aus, dass mehr und mehr Versicherer ihr Neugeschäft einstellen und die Bestände über neu gegründete Unternehmen abwickelt. Kritiker gehen davon aus, dass die neuen Gesellschaften kein Interesse am Erzielen von Überschüssen haben und somit eher Nachteile für die Versicherten bringen.Erschwerend für die Branche wirkt sich nun auch die Corona-Krise aus. Der Versicherungsbote beruft sich auf einen Versicherungsexperten und schreibt bereits über die Gefahr einer regelrechten „Kündigungswelle„. Der Grund liegt im Kapitalbedarf der Versicherten, die sich durch das vorzeitige Abstoßen der Versicherung Geld verschaffen. Nimmt man diese Kündigungen mit den niedrigen Zinsen und dem kaum noch vorhandenen Neukundengeschäft zusammen, so lässt sich mindestens von einer Krise sprechen.

Ob die Lebensversicherer angesichts der sich mehrenden Run-Off-Anbieter adäquat reagieren, ist indes fraglich. Möglich wäre beispielsweise eine zunehmend ökologische Ausrichtung oder auch das Angebot eines Beleihens der Policen, damit sowohl Zinsgewinne als auch Überschussbeteiligungen nicht verloren gehen. Auch existieren Ansätze zu einer stärkeren Unterfütterung durch Aktien. Diese Wege müssten dann aber auch entschlossen beschrittten werden und natürlich müssten die Versicherten mitziehen und überzeugt werden.

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