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Lebensversicherung: Bundesregierung plant Reform

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Es hallte wie ein Paukenschlag durch die Versicherungsbranche. Die Bundesregierung strebt eine Neuregelung der Lebensversicherung an. Konkret sollen Bewertungsreserven bei Kündigung nicht mehr ohne Weiteres ausgeschüttet werden und dadurch langfristige Kundenbindung erreicht werden.

Das Thema wird derzeit in nahezu jeder Zeitung aufgegriffen und überaus kontrovers diskutiert. Hintergrund für die geplante Neuregelung sind natürlich die anhaltend niedrigen Zinsen, die den Lebenversicherern sichtlich zu schaffen machen. Zum Garantiezins in Höhe von derzeit 1,75 Prozent mögen zwar noch zusätzliche Ausschüttungen kommen – für potenzielle Neukunden erscheint eine langfristige Bindung indes nicht attraktiv.

Das könnte sich nun ändern, wenn die Bewertungsreserven nicht mehr zur Hälfte an Kunden ausgeschüttet werden müssten. Hier handelt es sich um fiktive Beträge, die zum Ende der Laufzeit einer Lebensversicherung wieder auf Null sinken, bei vorzeitiger Ausschüttung jedoch mit rund zwei Milliarden Euro jährlich zu Buche schlagen.

Problematisch ist dabei, dass die Beträge fehlen, wenn langjährige Kunden ausgezahlt werden sollen, sodass sich Treue letztlich nicht immer lohnt. Der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Alexander Erdland, meint hierzu laut Manager-Magazin, es sei, „ungerecht und falsch“, wenn 19 Kunden weniger Geld erwarten dürften, damit der 20. heute mehr bekomme.“

Durch die Neuregelung würde die Lebensversicherung wieder zukunftsfähig gemacht, bei steigenden Zinsen soll allerdings zur aktuellen Regelungen zurückgekehrt werden.

Ob der Schritt nun Sinn macht oder nicht, hängt stark vom Betrachter ab. Die Versicherer wird es zumindest freuen, wenngleich als Gegenleistung eine Deckelung der Provisionen für Vermittler sowie eine Kappung der Zinsgarantien erwartet werden könnten. Wann die Neuregelung greift, ist ebenfalls noch offen, doch scheint in der Großen Koalition bereits Konsens zu herrschen.

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