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Lebensversicherung: Branche im Umbruch?

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Sie wird immer wieder totgesagt und scheint in ihrer klassischen Form ein Auslaufmodell zu sein. Die Rede ist von der Lebensversicherung, die allerdings auch mit einer Fülle von Vorurteilen zu kämpfen hat. Vor allem ältere Policen bieten nach Ansicht vieler Experten nachwievor eine solide Rendite.

Die Wirtschaftswoche schreibt über die „populärsten Irrtümer der Versicherungskunden“ und nennt hier explizit das fluchtartige Kündigen bestehender Verträge. Vor allem ältere Versicherer bringen sich damit um die Ablaufleistung ihrer Policen und gehen zudem durch Umschichten ihres Vermögens neue Risiken ein. Entsprechend sollte man windigen Anlageberatern, die scheinbar gute Alternativen bereithalten, erst einmal misstrauen.

Ebenso sollte die so genannte „Ausschüttungssperre“ mit Misstrauen gesehen werden. Hier hatte der Gesetzgeber 2014 verfügt, dass keine Dividenden an Aktionäre sondern Überschüsse an die Versicherten ausgezahlt werden. 21 von 86 Lebensversicherern umgehen diesen Teil des Gesetzes zur Reform der Lebensversicherung jedoch, indem die Gewinne kurzerhand an den Mutterkonzern fließen.

Eine Erhöhung der Zinsen wäre übrigens auch keine Lösung, denn in diesem Fall wird seitens der Bundesbank eine regelrechte Kündigungswelle erwartet. Hintergrund ist der Wertverlust an festverzinslichen Wertpapieren gegenüber dem aktuellen Markt bei gleichzeitig konstanten garantieren Rückkaufwerten in den einzelnen Verträgen.

Zuletzt ist davon auszugehen, dass viele Lebensversicherer mit einem veränderten Anlageverhalten auf die niedrigen Zinsen reagieren. Wo früher vor allem Bundesanleihen und festverzinsliche Schuldpapiere die Basis bildeten, sind es mittlerweile mehr und mehr Aktien und Unternehmensbonds, die schlichtweg höhere Renditen versprechen.

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