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Lebensversicherung: Abschlusskosten dürfen nicht doppelt berechnet werden

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Bei einer Riester-Rente ist es nach Ansicht des Oberlandesgerichts Köln (OLG) nicht erlaubt, doppelt Abschlusskosten in Rechnung zu stellen. Damit wurde ein Versicherungsunternehmen „zurückgepfiffen“, das einerseits den Höchstzillmmersatz in Höhe von 2,5 Prozent des Prämienvolumens über fünf Jahre sowie weitere Kosten über die gesamte Laufzeit abgerechnet hatte.

In der Gießener Zeitung wird das Thema umfassend kommentiert. Dort heißt es, dass die laufend verrechneten Abschlusskosten zwar nicht nach oben begrenzt werden, jedoch die Rückkaufwerte in den ersten fünf Jahren nur bis zur gesetzlichen Höchstgrenze der Zillmerung belastet werden dürfen.

Diese Ansicht des OLG Köln ist durchaus umstritten. Fakt ist jedoch, dass sich Versicherte im Fall einer Falschberatung an den Versicherungsmakler oder Versicherungsagenten wenden dürfen. Wurde kein Beratungsprotokoll unterschrieben, so liegt die Beweislast bei der beratenden Person.

Möglich ist nach dem Tenor des zitierten Artikels sogar eine Klage gegen die Versicherer auf Neuabrechnung des Rückkaufwertes sowie eine Auszahlung der unrechtmäßig abgezogenen Abschlusskosten.

Man darf gespannt sein, ob das Urteil des OLG (02.09.2016, Az. 20 U 201/15) langfristig Bestand hat oder am Ende nicht der Gang in eine höhere Instanz ansteht.

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