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Lebensversicherer und PKV: zu geringe Absicherung gegen Pleiten?

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Sind Lebensversicherer und Private Krankenversicherer (PKV) zu wenig gegen Pleiten gesichert? Diese Frage gewinnt angesichts der derzeitigen Krisensituation durchaus an Relevanz, wenngleich hierzulande bislang noch kein Unternehmen Insolvenz anmelden musste.

Dennoch spürt der Versicherungsbote dem theoretischen Fall nach und spricht bereits von „besorgten Blicken„, die von IWF und OECD auf die Versicherungsunternehmen geworfen werden. Nach Ansicht des Europäischen Systemrisikorats (ESRB) sind die nationalen Auffanggesellschaften Protektor (für Lebensversicherer) und Medicator (für die PKV) nicht ausreichend budgetiert.

Kommt es zu einer Pleite eines großen Lebensversicherers oder auch mehrerer mittlerer Unternehmen, so erwiesen sich die Sicherungssysteme offensichtlich als „ungeeignet“ heißt es in einem vertraulichen Bericht. Die Einschätzung ist auch vor dem Hintergrund nachvollziehbar, dass nahezu jeder Lebensversicherer mittlerweile international agiert und daher rein nationale Sicherungsinstrumente schnell versagen könnten.

Wohlgemerkt: es geht sowohl bei Protektor als auch bei Medicator nicht um die Rettung der Unternehmen, sondern lediglich darum, dass die Ansprüche der Kunden bedient werden. Aktuell beläuft sich der „Topf“ aus dem eine solche Situation gestemmt werden müsste auf rund 818 Millionen Euro, zu denen noch einmal ein ebenso hoher Betrag über die gesetzliche Nachschusspflicht fließen würde.

Die hierzulande zuständige BaFin sieht derzeit keinen Grund zur Besorgnis, könnte jedoch bei einem Versagen des Sicherungsfonds der PKV eine Reduzierung der Leistungen um fünf Prozent festlegen. Ebenfalls hat die BaFin die Macht, Vertragskündigungen seitens der Kunden zu untersagen und nimmt damit die einzelnen Versicherten in die Pflicht.

In den anderen EU-Staaten sieht es übrigens noch schlechter aus, denn hier existiert meist erst gar kein Sicherungssystem, womit jedwede Rücklagen der Kunden auf einen Schlag verlorengehen könnten. Ein EU-System ist in diesem Bereich in weiter Ferne, sodass man nur hoffen kann, dass Axel Kleinlein, Chef des Bundes der Versicherten (BdV) Recht hat, wenn er von reiner „Panikmache“ und einem „Schreckgespenst“ spricht.

 

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