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Krankenkasse wollen Selbstständige aus der PKV locken

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Eine Studie der gesetzlichen Krankenkassen legt nahe, dass die Selbstständigen möglichst verpflichtend aus den Privaten Krankenversicherungen (PKV) geholt werden sollten. Der Grund: es würde so ein Überschuss in Höhe von 1,8 Milliarden Euro bei den Gesetzlichen entstehen.

Bemerkenswert an der Studie der Bertelsmann-Stiftung im Auftrag des IGES-Lobbyinstituts der Krankenkassen ist vor allem, dass hier die These vertreten wird, eine Pflichtversicherung in den gesetzlichen Krankenkassen würde die Selbstständigen besser stellen. Wie der Versicherungsbote zitiert, wird das Thema vielerorts mindestens als „brisant„, wenn nicht sogar als „Feuer für die Idee der Bürgerversicherung“ angesehen.

Aktuell liegt der Mindestbeitrag für Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung bei monatlich 342 Euro pro Person. Berechnungsbasis ist ein im Sozialgesetzbuch geregeltes (Mindest-)Einkommen in Höhe von 2.179 Euro, das jedoch gerade von Kleinverdienern selten erreicht wird.

Entsprechend summieren sich die Beitragsrückstände und betragen mittlerweile satte 4,5 Milliarden Euro, die durch die Pflichtversicherung der Selbstständigen offensichtlich ausgeglichen werden könnten. Die Rede ist von 72 Prozent der derzeit Privatversicherten Selbstständigen bzw. einer Million neuer GKV-Versicherter.

Im Gegenzug zur verpflichtenden Versicherung in der Krankenkasse sollen die Mindestbeiträge auf 70 Euro, entsprechend des Minijob-Niveaus in Höhe von 450 Euro gesenkt werden, womit durchaus ein Anreiz geschaffen würde. Es erscheint jedoch fraglich, dass sich eine der politischen Parteien die Erkenntnisse aus der Studie zueigen oder gar zu ihrem politischen Programm machen.

 

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