Rundum Versicherungsblog

Schadensregulierung, Berufsunfähigkeit und PKV News

Komatrinken: Eltern sollen zur Kasse gebeten werden

| Keine Kommentare

Karneval ist erst seit ein paar Tagen vorbei, schon folgt ein Vorstoß des CDU-Gesundheitsexperten Jens Spahn. Im Ärzteblatt wird über die Forderung nach einer finanziellen Beteiligung der Eltern so genannter „Komatrinker“ berichtet.

Wann immer ein jugendlicher Rauschtrinker ins Krankenhaus eingeliefert wird, sollen die Eltern mit einem Pauschalbetrag in Höhe von 100 Euro zur Kasse gebeten werden. Auf diese Weise ließen sich die mittlerweile erheblichen Belastungen für das Gesundheitswesen merklich reduzieren.

So sympathisch dieser Vorstoß auf den ersten Blick sein mag, bei näheren Hinsehen erscheint mir die Durchführung schwierig bis unmöglich. Wer in einer Privaten Krankenversicherung (PKV) versichert ist, hat oftmals eine Selbstbeteiligung vereinbart und kommt damit sowieso für einen Teil der Kosten auf. Darüber hinaus dürfte kaum eine Leistungsübernahme verweigert werden.

Auch, wenn gemäß der Zahlen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2011 26.300 Heranwachsende im Alter von zehn bis 20 Jahren wegen Alkoholmissbrauchs stationär behandelt wurden – eine pauschale Strafzahlung wird es in diesem Bereich sicherlich nicht geben. So forderte auch die SPD, das eher die Jugendschutzgesetze konsequent angewendet werden sollten. Prävention ist hier einem späteren „Zur Kasse bitten“ vorzuziehen.

Zudem frage ich mich, warum nur Jugendliche und nur Alkoholmissbraucher zahlen sollen. Schließlich existieren eine Fülle selbstverschuldeter Krankenhaus- oder Arztaufenthalte. Hier eine Grenze zu ziehen, dürfte sich als kaum möglich erweisen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.