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Kfz-Versicherung: wer zahlt bei einem Schaden durch Schlagloch?

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Wer in ein Schlagloch fährt, kann sich nicht zwingend auf seinen Versicherungsschutz berufen. Das offenbart sich angesichts eines Falles im nordrhein-westfälischen Hilden, in dem gleich fünf Autofahrer in ein Schlagloch auf einer Landesstraße fuhren und entsprechend Schäden an ihrem Fahrzeug davontrugen. Das Problem: es existiert keinerlei Versicherungsschutz.

Die Westdeutsche Zeitung dokumentiert den Fall, der sich durchaus auch anderenorts hätte ereignen können. Der Landesbetrieb Straßen NRW ist zwar versichert, doch sieht die GVV-Kommunalversicherung keinerlei Anzeihen für ein „pflichtwirdriges und schuldhaftes Versäumnis“. Einer der Gründe liegt in der Tiefe des Schlaglochs, die „nur“ bei sechs Zentimetern lag.Folgt man der gängigen Rechtssprechung und damit Urteilen aus der Vergangenheit, so bedarf es einer Tiefe von 15 Zentimetern auf Landstraßen bzw. wichtigen Straßen und zehn Zentimetern auf Autobahnen, um einen Verstoß gegen die Verkehrssicherungspflicht von Seiten des Landes nachzuweisen. Anders formuliert, müssen Autofahrer mit kleineren Schlaglöchern rechnen, auch wenn das ärgerlich ist.

Besorgniserregend ist das Urteil auch deshalb, weil laut Statistiken bereits 2015 „15 Prozent der Bundesstraßen in einem schlechten und 17 Prozent in einem sehr schlechten Zustand“ waren. Bei den Landstraßen sind es 23 Prozent in schlechtem und 35 Prozent in sehr schlechtem Zustand. Auf Versicherungen sollte man in diesem Kontext nicht bauen.

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