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Kfz-Versicherung: Rechnung auch via E-Mail gültig?

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Es ist sicher ein ungewöhnlicher aber dennoch überaus bedeutsamer Rechtsstreit, der derzeit vor dem Landgericht Düsseldorf stattfindet. Eine Kfz-Versicherung klagt gegen ein junges Ehepaar auf Erstattung eines bereits regulierten Schadens in Höhe von 9.000 Euro. Die Begründung: zum Zeitpunkt des Unfalls war die Prämie noch nicht beglichen worden.

Wie RP Online berichtet, argumentiert die junge Frau damit, dass die Rechnung lediglich via E-Mail versendet wurde. Der dortige Anhang konnte partout nicht geöffnet werden, sodass das Dokument faktisch als nicht zugestellt gewertet werden muss. Eine Mahnung kam dann per Post und führte zum sofortigen Ausgleich der Forderung.

Das Ehepaar hatte nach eigenen Angaben damit gerechnet, dass eine Rechnung auf dem Postweg kommt und darauf gewartet. Die E-Mails kamen zwar an, doch ergab ein Ausdruck der Anhänge lediglich ein leeres Blatt. Einig sind sich beide Kontrahenten darin, dass das Dokument 21 Mal angeklickt wurde, was von Seiten der beklagten Frau damit begründet wurde, dass immer wieder versucht wurde, dieses zu lesen.

Ein Urteil ist für den 7. November 2018 angekündigt. Bis dahin besteht noch eine Menge Zeit zum Finden eines Vergleichs. Seitens der Versicherung soll nun der Beweis geführt werden, dass das Dokument gelesen wurde. Es ist allerdings grundsätzlich fraglich, ob die Rechnung hätte via E-Mail versendet werden dürfen.

Spannend ist dabei die grundsätzliche Frage, ob für Prämienrechnungen der (deutlich teurere) Postweg vonnöten ist oder generell auch elektronische Dokumente ausreichen. Entsprechend könnte das Düsseldorfer Urteil einige Wellen schlagen ….

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