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KfZ-Versicherung: kein Regressanspruch bei Liebeskummer

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Es ist ein wahrlich ungewöhnlicher Fall, der vor dem Amtsgericht Augsburg verhandelt wurde. Unter dem Az. 15 C 255/16 ging es um die Frage, ob eine KfZ-Haftpflicht einen Regressanspruch aufgrund von Liebeskummer einer jungen Frau hat. Zumindest ließe es sich plakativ so ausdrücken.

Die Details verrät Procontra-Online und schildert den Fall, bei dem die junge Frau mit dem Auto ihrer Mutter unterwegs war. Normalerweise greift in solchen Fällen auch der Schutz der KfZ-Haftpflicht, was auch hier der Fall war. Das Problem: die Tochter war stark alkoholisiert und hatte offensichtlich die Absicht, sich umzubringen.

So fuhr die Frau eventuell mit voller Absicht gegen einen Baum am Straßenrand oder erklärte dies zumindest gegenüber einem Rettungssanitäter. Der Schaden wurde von der Kfz-Haftpflicht der Mutter erstattet, doch erwuchs hieraus eine Forderung gegen die 20-jährige Tochter.

Das Amtsgericht gab jedoch der Angeklagten Recht und wies die Klage ab. Im Rahmen des Versicherungsvertragsgesetz ist ein Familienangehöriger, der im Haushalt des Versicherungsnehmers lebt, nur dann regresspflichtig, wenn der Schaden vorsätzlich verursacht wurde.

Das ließe sich sicher so interpretieren, doch wurde die Selbstmordabsicht erst nach dem Unfall und zudem in betrunkenem Kopf geäußert. Ein vorsätzliches Betrinken mitsamt der Absicht, das Auto kaputt zu fahren, war nach Ansicht der Richter nicht erkennbar und so handelte es sich lediglich um Fahrlässigkeit.

Eine Berufung wurde bereits vom Landgericht Augsburg abgewiesen, sodass die Versicherung in diesem Fall leer ausgeht.

 

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