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Kfz-Versicherung: fiktive Schadensregulierung vor dem Aus?

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Die Kfz-Versicherungen haben ein Problem. Dadurch, dass nach wie vor eine so genannte „fiktive Schadensregulierung“ möglich ist, kommt es immer wieder zu Betrugsfällen. Der Grund: Fahrerinnen und Fahrer von eigentlich schrottreifen Fahrzeugen treten als „Autobumser“ auf und erschleichen auf diese Weise hohe Versicherungssummen, ohne die Fahrzeuge nach Unfall tatsächlich reparieren zu lassen.

Wie es bei n-tv heißt, werden Jahr für Jahr rund eineinhalb Millionen Schadensfälle fiktiv abgerechnet, d.h. es wird lediglich Geld überwiesen. Im Rahmen des bevorstehenden Verkehrsgerichtstag (VGT) in Goslar, der seit heute läuft, werden aus diesem Grund Gesetzesänderungen diskutiert.Der Gesamtverbands der Versicherer (GDV) vermeldet, dass zwischen 35 und 40 Prozent aller jährlichen Schäden fiktiv abgerechnet werden, doch existieren mittlerweile Urteile, die darin das Problem sehen. So spricht beispielsweise das Landgericht Darmstadt in einem Urteil aus dem Herbst 2018 über „das Einfallstor für Versicherungsbetrügereien und gestellte, provozierte oder sonst manipulierte Verkehrsunfälle„. Umgekehrt stellt die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) klar, dass die Entscheidungsfreiheit erhalten bleiben muss, ebenso wie ADAC und Automobilklub von Deutschland (AvD).

Entsprechend ist nicht zu vermuten, dass es kurz- oder mittelfristig zu einer Änderung der derzeitigen Herangehensweise kommt. Es ist allerdings bereits das Hinweis- und Informationssystem (HIS) der deutschen Versicherungswirtschaft aktiviert, in das fiktive Schäden ab einer bestimmten Höhe kommen und wo die Plausibilität überprüft wird. Dass dieses System immer wieder unterlaufen werden kann, wird dabei in Kauf genommen …

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