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KfZ-Haftpflicht: kein Kaskoschutz bei alkoholisierter Fahrt

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Dass Versicherte mit einer KfZ-Haftpflicht bei Alkoholmissbrauch mit Folgen rechnen müssen, versteht sich von selbst. Die Grenze liegt jedoch nicht bei 1,1 Promille, sondern schon darunter. Dies geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe (Az.: 9 U 135/13) hervor.

Die Haftungseinschränkung bezieht sich dabei auf die Kaskoversicherung, die bei einem Wert von 1,09 Promille bei der Schadensregulierung um satte 75 Prozent kürzen darf. Im konkreten Fall war eine Autofahrerin nachts mit diesem Alkoholwert gegen eine Betonbegrenzung einer Baustelle gefahren.

Ihr Fahrzeug erlitt dabei einen Totalschaden, den sie von der Kasko-Versicherung ersetzt haben wollte. Das Gericht sprach der Unfallverursacherin lediglich 25 Prozent zu. Zu beachten ist in diesem Kontext, dass bei einem Wert ab 1,1 Promille sogar mit einem komplette Wegfall des Versicherungsschutzes gerechnet werden muss.

Übrigens können auch schon niedrigere Promillewerte zu erheblichen Einbußen führen. 2010 urteilte das OLG Hamm unter Az I-20 U 74/10, dass ab ca. 0,3 Promille bereits eine Kürzung in Höhe von 50 Prozent erfolgen darf. Kulanz wird in solchen Fällen grober Fahrlässigkeit nicht geübt und auch die umfassendsten Policen versichern keine alkoholisierte Fahrten.

In früheren Jahren bzw. vor der Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes VVG im Jahr 2008 konnten die Versicherer sogar die komplette Schadensregulierung verweigern, was nun zugunsten der Kürzungsregelung geändert wurde.

Gerade angesichts der bevorstehenden Weihnachtstage und Silvester empfiehlt sich auf Fahrten unter Alkoholeinfluss zu verzichten – und das nicht nur wegen des eingeschränkten Kaskoschutzes.

 

 

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