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Internet-Versicherungen mit geringerer Beratungspflicht?

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Gelten für Versicherungen, die über das Internet abgeschlossen wurden, dieselben Regeln wie im „klassischen“ Bereich? Nach einem Urteil des Landgerichts München, könnte die Antwort „nein“ lauten, womit vor allem die Pflicht zur Beratung gemeint ist.

Die Neue Presse greift das Thema auf und berichtet darüber, dass nach Ansicht der Vorsitzenden Richterin der 11. Kammer für Handelssachen bereits das Ausfüllen eines Formulars einen bestimmten Informationsstand voraussetzt. Mit anderen Worten: wer weiß, wie er eine Versicherung im Internet abschließt, der weiß auch, welche Folgen damit verbunden sind.

Ob dieses Urteil indes Bestand hat, darf bezweifelt werden. Bereits bei der Urteilsverkündung wurde darauf hingewiesen, dass stets der Einzelfall geprüft werden muss. Zuvor hatte der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute gegen ein Beratungs- und Vermittlungsportal im Internet geklagt und prangerte dabei an, dass keine ausreichende Verbraucherberatung stattfände.

So sei vielen Kunden der Unterschied zwischen eine Haftpflicht- und eine Hausratversicherung nicht klar, weshalb es eines persönlichen Gesprächs mit einem Versicherungsmakler bedürfe.

In einem anderen Bereich könnte das Münchner Landgericht gegen das Vermittlungsportal entscheiden. Hier geht es um die Frage, wie deutlich auf dessen Tätigkeit als Vermittler hingewiesen werden muss und ob ein Hinweis auf erhaltende Provisionen vonnöten ist. Nach Ansicht des Gerichts könnte die Antwort zumindest in diesem Punkt „ja“ lauten, womit die Rechte der Verbraucher ein wenig gestärkt wären.

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