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Hausratversicherung: doppelte Police bewirkt keine doppelte Schadensregulierung

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Klingt clever: man schließt nicht nur eine, sondern gleich zwei oder mehr Hausratversicherungen ab und kassiert im Schadensfall gleich mehrfach die Versicherungssumme. Das Oberlandesgericht Oldenburg hat unter dem AZ 5 U 18/17 jedoch geurteilt, dass ein solches Vorgehen nicht gesetzmäßig ist und eine Schadensregulierung immer nur einmal erfolgen kann.

Dokumentiert wird der Fall unter anderem bei T-Online. Dort ist von einem Versicherten die Rede, der einen Brandschaden in Höhe von rund 40.000 Euro gleich mehreren seiner ordentlich abgeschlossenen Hausratversicherungen gemeldet hat. Diese verweigerten aufgrund der Mehrfachversicherung jedoch die Schadensregulierung und bekamen Recht.

Interessant ist dabei, dass derselbe Mann, der nun gegen die Versicherungen geklagt hatte, bereits vor Jahren zwei Versicherungen abgeschlossen hatte. Kurz nach dem Abschluss kassierte er für einen Wasserschaden gleich zwei Mal und ließ in der Folge die Versicherungssummen erhöhen. Das Gericht sah darin einen eindeutigen Beleg dafür, dass das doppelte Abkassieren von Anfang an die Intention des Versicherten gewesen ist und schob dem einen Riegel vor. Es ist in diesem Kontext auch die Frage zu stellen, ob dieses Verhalten nicht schon als Versicherungsbetrug zu werten ist.

Es ist juristisch nicht nur so, dass Mehrfachverträge nicht zu doppeltem Kassieren führen, sondern — im Falle eines intendierten Handelns — von der Nichtigkeit beider Verträge auszugehen ist. Mit anderen Worten dürfte der Versicherte am Ende mit leeren Händen dastehen.

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