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Gerichtsurteil: Tchibo darf nicht als Versicherer auftreten

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Dass man bei einem Versicherungsberater auch eine gute Tasse Kaffee bekommt, versteht sich von selbst. Umgekehrt darf der Kaffeeröster Tchibo jedoch keine Versicherungen anbieten. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) entschieden und damit einer Klage des Verbands für Wirtschaft im Wettbewerb (WiW) stattgegeben.

Wie SHZ.de berichtet, hatte der Verband dagegen geklagt, dass Tchibo zwischen 2009 und 2010 sowohl private Renten- als auch Zahnzusatzversicherungen des Unternehmens Asstel in seine Produktpalette aufgenommen hatte. Dabei hatte sich Tchibo als Versicherungsvermittler betätigt, ohne den entsprechenden Sachkundenachweis zu erbringen.

Nach dem Gesetz muss ein Versicherungsmakler registriert sein und neben dem Fähigkeitsnachweis auch Informations- und Dokumentationspflichten nachkommen. Ein Einzelhandelskonzern wie Tchibo verfügt nicht über die notwendige Kompetenz und kann daher auch keine ausreichende Beratung anbieten.

Das Urteil ist auch im Hinblick auf andere Versicherungspolicen, die immer mal bei branchenfremden Unternehmen angeboten werden, von Bedeutung. Zwar steckt hinter der Police stets ein „richtiger“ Versicherungskonzern, doch müssen potenzielle Kunden auf die notwendige Beratung verzichten.

Aus diesem Grund ist stets anzuraten, in Versicherungsfragen einen echten Versicherungsberater zu kontaktieren. Tchibo und Co. mögen in Einzelfällen um ein paar Euro günstiger sein, doch spätestens in der Schadensregulierung zeigen sich dann die Nachteile.

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