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Gerichtsurteil: Reiserücktrittsversicherung muss nicht nur Geld erstatten

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Eine Reiserücktrittsversicherung springt nicht nur dann ein, wenn es um die Erstattung von Geldzahlungen geht. Wie der Bundesgerichtshof (Az.: IV ZR 161/16) feststellte, haftet die Police auch dann, wenn es um Gutschriften oder – wie im konkreten Fall – um Punkte geht.

Laut NRZ ging es in dem Gerichtsurteil um eine Frau, die eine Ferienwohnung in der Schweiz aufgrund einer Erkrankung nicht aufsuchen konnte. Sie hätte hierfür so genannte Wohnpunkte einer Immobiliengesellschaft genutzt, bei der ihr verstorbener Mann Aktionär war. Bei den Punkten handelt es sich – vereinfacht formuliert – um die Dividende aus den Aktien.

Aufgrund der Stornierung wurden Wohnpunkte abgezogen und es musste eine Bearbeitungsgebühr gezahlt werden. Die Frau verlangte daraufhin 680 Euro von ihrer Reiserücktrittsversicherung, die sich zunächst weigerte. Nachdem gegen ein zuvor gesprochenes Urteil Berufung eingelegt wurde, hob der Bundesgerichtshof (BGH) dieses Berufungsurteil nun auf. Der Versicherer muss auch dann Stornokosten übernehmen, wenn es nicht um Geld, sondern um Wohnpunkte oder andere Leistungen geht.

Ob das Urteil für alle Geschäftsmodelle in dieser Art gilt, lässt sich schwer beurteilen. Fakt ist jedoch, dass Punktesysteme eine durchaus bekannte und gefragte Form der Urlaubsfinanzierung sind und für die Kunden dieser Unternehmen nun zusätzliche Sicherheit geschaffen wurde.

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