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Gerichtsurteil: Kfz-Versicherung muss freie Werkstattwahl ermöglichen

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Eine Kfz-Haftpflicht darf sich nicht in die freie Werkstattwahl eines Unfallgegners einmischen. Dies urteilte das Amtsgericht München und entschied damit auch, dass vermeintlich überhöhte Werkstattkosten übernommen werden müssen.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hatte ein Mann nach einem unverschuldeten Autounfall Reparaturkosten in Höhe von 4.000 Euro gegenüber der Versicherung abgerechnet. Diese weigerte sich zunächst und sah lediglich einen Betrag in Höhe von 3.600 Euro als angemessen an.

Das Amtsgericht sah das anders und urteilte, dass es nicht Aufgabe des Unfallgeschädigten gewesen sei, sich um vermeintliche Unrichtigkeiten zu kümmern. Mit anderen Worten muss das so genannte „Werkstatt-Risiko“ von der gegnerischen Versicherung getragen werden.

Der Grund für dieses Urteil liegt auf der Hand. Schließlich kann es keinem automobilen Laien zugemutet werden, die Notwendigkeit einzelner Reparaturen zu erkennen oder in Abrede stellen zu müssen. Im konkreten Fall ging es um eine zweifache Spureinstellung und ein Lackfinish, die beide als unnötig angesehen wurden. Selbiges gilt auch für das Vermessungsprotokoll sowie die Verbringungskosten, die die Versicherung in Rechnung gestellt hatte.

Das Urteil ist unter dem AZ: 332 C 4359/18 dokumentiert und mittlerweile rechtskräftig, sodass Laien auch in Zukunft „beschränkte Kenntnis- und Einwirkungsmöglichkeiten“ zugebilligt werden dürften.

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