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Gegen PKV-Bevorzugung: festes Kontingent für Kassenpatienten gefordert

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Existiert in Deutschland so etwas wie eine „Zwei-Klassen-Medizin“? Während man vielerorts über diese Frage uneins ist, fordert der Bundesverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ein gesetzlich vorgeschriebenes und festes Kontingent für Kassenpatienten. Wenn ein Arzt eine Zulassung als Kassenarzt erhalten möchte, soll er künftig mindestens 30 Sprechstunden in der Woche ausschließlich für gesetzlich Krankenversicherte da sein.

Der entsprechende Vorstoß wird bei Versicherungswirtschaft-heute dokumentiert und wirft eine Menge an Fragen auf. Zunächst einmal stellt sich die Frage, wie der so genannte Sicherstellungsauftrag gemeint ist und welche Einschränkungen man Ärzten auferlegen kann. Dann erscheint fraglich, wie bei Notfällen von PKV -Versicherten zu reagieren wäre.

Es stellt sich zudem die Frage, wer die genaue Einhaltung der Zeiten überprüft und wer zudem die oftmals unterstellte und kritisierte Praxis, dass PKV-Patienten kürzer warten, überprüft bzw. unterbindet. Fragen über Fragen, die ein wenig den Eindruck eines unausgegorenen Vorschlags erwecken.

Zudem ist durchaus möglich, dass sich manche Ärzte aufgrund des vorgeschlagenen Reglements ganz aus dem Bereich der Kassenpatienten zurückziehen und nur noch Privatpatienten oder Selbstzahler behandeln, was sicherlich auch nicht im Sinne der GKV ist.

Interessant ist, dass derselbe GKV-Verband davon spricht, dass nicht die Rede „von einer systematischen Schlechterbehandlung der GKV-Patienten“ sein kann. Diese Einschätzung erstaunt umso mehr, da dann ja wohl auch keine Veranlassung für die Reglementierung und Kontingentierung bestünde. Die Diskussion bleibt auch in diesem Bereich spannend.

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