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Demenz: das ändert sich bei den Versicherungen

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Es ist ein hartnäckiges Vorurteil, dass mit der Diagnose einer Demenzerkrankungen besondere Regelungen bei der Versicherung greifen. So existiert beispielsweise keine gesetzliche Pflicht, eine entsprechende Krankheit zu melden. Eine Ausnahme bildet lediglich die private Unfallversicherung.

Wie der Focus berichtet, gelten schwer- oder schwerstpflegebedürftige Personen als nicht versicherungsfähig, was sich auch durch eine regelmäßige Beitragszahlung nicht ändern lässt. Das Kriterium stellt in den meisten Fällen der Pflegegrad der gesetzlichen Pflegeversicherung dar, wobei nicht Grad 3 oder höher erreicht werden darf.

Die Prämien werden erstattet und der Versicherungsschutz erlischt schlichtweg. Bei der Kfz-Haftpflichtversicherung ist theoretisch eine Rückstufung in der Schadensklasse denkbar, doch muss hierfür erst einmal ein Unfall verursacht worden sein. Es ist allerdings unwahrscheinlich, dass man mit seiner Demenz-Erkrankung noch lange Auto fährt, weshalb dieser Punkt sicherlich nicht im Vordergrund steht.

Ein Sonderkündigungsrecht ist explizit nicht vorgesehen und nur bei Eintreten eines Schadensfalls steht den Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherungen eine Auflösung des Vertrags zu – was aber auch ohne Diagnose gilt.

Eine Besonderheit stellt die Deliktunfähigkeit eines Demenzpatienten dar. Dies führt dazu, dass kein gesetzlicher Anspruch auf Schadenersatz besteht und somit auch keine Versicherung einspringen muss. Die Haftpflichtversicherung tritt in diesem Fall in die Rolle einer Rechtsschutzversicherung und wehrt eventuelle Ansprüche ab.

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