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Daniel Bahr: FDP-Gesundheitspolitiker arbeitet bei einer PKV

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Gewiss ließe sich der Schritt des ehemaligen Gesundheitsministers Daniel Bahr (FDP) auch kritisieren. Schließlich hatte dieser im Rahmen seiner politischen Karriere einige Weichen zugunsten der Privaten Krankenversicherungen (PKV) gestellt. Umso nachvollziehbarer ist nun der Wechsel in den Vorstand der Krankenversicherungstochter der Allianz.

Der Spiegel lässt es sich dennoch nicht nehmen, die politischen Entscheidungen der Ära Bahr Revue passieren zu lassen. Bahr, der bei seinem neuen Arbeitgeber zunächst das Leistungsmanagement und die Vertriebskoordination übernimmt, hatte sich in seiner Amtszeit beispielsweise für einen schnelleren Eintritt in die PKV eingesetzt.

Konkret wurden die Konditionen für die Versicherungspflichtgrenze dahingehend geändert, als nunmehr lediglich ein Jahr mit einem Einkommen von mehr als 53.550 Euro ausreicht und nicht mehr drei Jahre zugrundeliegen müssen. Ein weiterer günstiger Schritt für die PKV ist die Einbeziehung der Privatversicherten in die Regelungen des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes (Amnog). Rabatte, die zwischen den Pharmakonzernen und den gesetzlichen Krankenversicherern ausgehandelt wurden, gelten seither auch für die Privaten Krankenversicherungen.

Besonders bekannt wurde jedoch der Pflege-Bahr. Hinter diesem Namen verbirgt sich die Förderung der Pflegezusatzversicherung, die von Seiten der Opposition ebenfalls scharf kritisiert wurde.

Die Spekulation, ob die Regelungen bereits im Hinblick auf einen Job im Gesundheitsbereich getroffen wurden, ist jedoch müßig. Fakt ist, dass Ex-Politiker völlig legal in die Wirtschaft wechseln dürfen und wie Herr Bahr richtig anmerkte, wäre es allzu seltsam, wenn der ausgewiesene Gesundheitsexperte plötzlich für die Autoindustrie oder ein anderes fernes Themengebiet tätig würde.

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