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Corona: Betriebsunterbrechungsversicherungen nur teilweise wirksam

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Einen Betriebsausfall aufgrund des Corona-Virus erleiden derzeit zahlreiche Gastwirte. Oftmals existieren Versicherungen, die allerdings in den meisten Fällen nicht greifen. Der Grund: die Schließungen sind nur präventiver Natur, was offenbar nicht Teil der Versicherungsbedingungen ist. Ob ein Versicherer kulant ist oder nicht, ist Glückssache.

Der MDR greift die Thematik auf und sieht die meisten Versicherungsunternehmen „kompromissbereit„. Offenbar besitzt jeder fünfte Gastronom in Deutschland eine Police gegen Betriebsschließungen, mit der Tagessätze in unterschiedlicher Höhe vereinbart sind. Nach Ansicht der meisten Versicherer ist die Coronakrise jedoch kein Versicherungsfall.Gezahlt würde, wenn eine Gaststätte „wegen eines Norovirus oder wegen eines Salmonellen-Befalls für zwei bis drei Wochen geschlossen werden muss„. In dieser Zeit wird gereinigt und desinfiziert und das Problem lässt sich somit klar beseitigen und zeitlich eingrenzen. Bei Corona ist das allerdings nicht der Fall und die Schließungen betreffen zudem nicht einzelne Unternehmen sondern die komplette Branche.

Dass Versicherungen dadurch „aus dem Schneider“ sind, wird allerdings nicht überall so gesehen. Das bayerische Wirtschaftsministerium hat schon zu einem Einlenken geraten und sorgt immerhin für eine Zahlung in Höhe von 15 Prozent der Versicherungssumme. Hinzu kommt – so argumentieren die Versicherer — die Kurzarbeit und Soforthilfen, sodass die Schäden in der Gastronomie bei „nur noch“ 30 Prozent liegen, von denen die Versicherer mit 15 Prozent die Hälfte übernehmen.

Von Seiten vieler Versicherer werden entsprechende Angebote versendet, die naturgemäß mit einem Verzicht auf weitere Zahlungen einhergehen. Manche Gastronomen unterschreiben, um wenigstens etwas Geld in ihre Kassen zu spülen, andere beschreiten jedoch den Rechtsweg und auch der Geschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Sachsen weist darauf hin, dass jede Versicherung erst einmal durch einen Anwalt geprüft werden sollte, bevor man leichtfertig das erste Angebot akzeptiert. Selbiges wird übrigens auch von den Juristen von LHR Law empfohlen, die gar Angebote in Höhe von nur zehn Prozent gesehen haben.

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