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BU und PKV: erste Prämiennachlässe wegen gesunden Verhaltens

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Tabubruch oder Durchbruch? Auf jeden Fall steht fest, dass die neuen Tarife in den Sparten Berufsunfähigkeit (BU), Risikolebensversicherung und der privaten Krankenversicherung (PKV) erheblich Veränderungen für die Branche mit sich bringen.

Die Ärzte Zeitung berichtet über das so genannte Vitality-Programm des Versicherers Generali, das unter anderem ein bestimmtes Sportpensum vorgibt. Das Programm wurde ursprünglich vom südafrikanischen Versicherer Discovery ins Leben gerufen und sieht für gesundheitskonformes Verhalten sowohl Prämiennachlässe als auch andere Formen von Rabatten vor.

Ab dem 1. Juli 2016 wird Vitality in den Sparten Risikoleben und BU gestartet, Anfang 2017 ist dann auch die PKV an der Reihe. Giovanni Liverani, Deutschlandchef des Versicherers Generali meint hierzu: „Wir erfinden Versicherung neu“ und hebt positiv hervor, dass Versicherte Anreize zu einem gesünderen Lebensstil erhalten.

Erforderlich ist eine Ermittlung des aktuellen Gesundheitszustands anhand „Größe, Gewicht, Blutzucker- und Cholesterinspiegel, Ernährungsgewohnheiten und sportlichen Aktivitäten.“. Auf dieser Basis wird das „Vitality-Alter“ errechnet und es werden individuelle Ziele vorgegeben. Darüber hinaus sind Vorsorgeuntersuchungen vorgeschrieben.

Neben Vergünstigungen bei den Versicherungen, wurden auch Sportartikelhersteller sowie Fitnessketten ins das Programm integriert, die mit rabattierten Produkten bzw. Leistungen locken. In der BU wird allein für die Entscheidung für eine Teilnahme ein Sofortrabatt in Höhe von zehn Prozent bei der BU und sieben Prozent bei der Risikolebensversicherung geboten. Erreichbar sind 16 bzw. elf Prozent.

Die Warnungen von Politikern und anderen Akteuren im Gesundheitsbereich sind offenbar ungehört verhallt, den natürlich handelt es sich um eine Form der Entsolidarisierung im Gesundheitsbereich und auch eine Benachteiligung chronisch kranker Menschen. Gegen geltendes Recht verstoßen die neuen Tarife damit allerdings nicht und so wird es am Ende einmal mehr die Nachfrage regeln ….

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