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BGH-Urteil zur vorzeitigen Kündigung von Lebensversicherungen

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Wer eine Lebensversicherung abschließt, tut dies aus langfristigen Interessen. Anders ausgedrückt, lohnt sich die vorzeitige Kündigung bekanntlich nicht. Das hat nun auch der Bundesgerichthof (BGH) bestätigt und gibt damit den Versicherern Recht.

Das Urteil besagt, dass bei vorzeitiger Kündigung mindestens die Hälfte des eingezahlten Kapitals zurückfließt. Entsprechendes vermeldet der Tagesspiegel und führt das Urteil weiter aus. Die Abmilderung von Verlusten bei Frühkündigungen aus dem Jahr 2008 gilt demnach nicht rückwirkend.

Zur besseren Übersichtlichkeit sei erwähnt, dass es sich beim BGH-Urteil ausschließlich um Lebensversicherungen handelte, die zwischen 2001 und Ende 2007 abgeschlossen wurden. Die beiden Kläger hatten die Verträge 2004 abgeschlossen und 2009 gekündigt. Die Regelung für den Rückkaufwert musste zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht aktualisiert werden.

Selbiges gilt übrigens auch für Lebensversicherungen, die zwischen 1994 bis 2001 abgeschlossen wurden. Ein diesbezügliches Urteil des BGH stammt aus dem Jahr 2005 und hat nachwievor Gültigkeit.

Relevant ist das Urteil allemal, denn schließlich werden laut Verbraucherzentrale Hamburg Jahr für Jahr 3,2 Millionen Lebensversicherungen vorzeitig gekündigt.

Die Rechte derjenigen, die heute eine Lebensversicherung abschließen, sind allerdings deutlich stärker. Seit Anfang 2008 müssen die Abschlussgebühren auf die ersten fünf Jahre verteilt werden. Eingezahlte Raten und Gewinnanteile erhalten vorzeitig Kündigende ebenfalls zurück.

Darüber, ob diese Ungleichbehandlung von Versicherungskunden anzustreben war, ließe sich trefflich streiten. Fakt ist, dass die Regelung nun erst einmal in Kraft ist und vor allem Inhaber eines alten Vertrags besser keine Kündigung vornehmen.

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