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Berufsunfähigkeitsversicherung muss auch bei Ein-Mann-Betrieb zahlen

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Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist auch dann zur Schadensregulierung verpflichtet, wenn ein Unternehmer als Ein-Mann-Betrieb betroffen ist. Das entschied das  Oberlandesgericht Koblenz (Az.: 10 U 69/11).

Wie der Versicherungsbote dokumentiert, ging es in dem konkreten Fall um einen Konditor, der ein Restaurant mitsamt eines Imbiss betrieben hat. Der Unternehmer hatte lediglich eine Hilfskraft für den Service eingestellt und hat die Arbeit sonst allein verrichtet. Nachdem Herzprobleme diagnostiziert und so genannte Stents eingesetzt worden waren, beantragte der Unternehmer Berufsunfähigkeit.

Die Versicherung verweigerte zunächst die Zahlung und verwies darauf, dass der Konditor seinen Betrieb umorganisieren und damit weiterführen könne. So kam es zur gerichtlichen Auseinandersetzungen, in der der Versicherte letztlich Recht bekam. Die Richter am Oberlandesgericht Koblenz sahen aufgrund der Berufsunfähigkeit des Konditors keine Möglichkeit einer Weiterführung des Betriebs. Dieser hatte sowohl in der Küche als auch im Einkauf gearbeitet, was nicht ohne Weiteres von einer Hilfskraft zu stemmen sei.

Überhaupt gilt bei Kleinbetrieben, dass diese meist nur mit einer erheblichen Eigenleistung durch den Eigentümer aufrecht erhalten werden. Sobald mehr Personal eingestellt würde, ist die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben. Die entsprechende Regelung gilt bei kleinen Gewerbegetrieben mit maximal zwei Hilfskräften, weswegen wohl auch in ähnlich gelagerten Fällen auf diese Weise entschieden würde.

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