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Berufsunfähigkeitsversicherung (BU): Leistungsbeschreibungen oft zu ungenau

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Nachwievor verzichtet ein großer Teil der Deutschen auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Dass dies nicht zwingend an Fahrlässigkeit potenzieller Kunden, sondern auch an den Versicherern liegt, unterstreicht eine neue Studie des Frankfurter Beratungshauses Premium Circle.

In der Berliner Zeitung findet deren Inhaber, Claus-Dieter Gorr, drastische Worte und vergleicht die BU mit einem „Würfelspiel„. Gemeint ist damit, dass oftmals keinerlei Rechtssicherheit für Versicherte besteht und die Tarife und Leistungen nur sehr ungenau formuliert wurden.

Untersucht wurden die Vertragsbedingungen von 46 Berufsunfähigkeitsversicherungen und weiteren 55 Berufsunfähigkeitszusatzversicherungen. Bei den meisten Tarifen waren die Formulierungen schwammig, die Rechtsbegriffe unbestimmt und ließen entsprechend jede Menge Interpretationsspielraum. Mit anderen Worten können sich die Versicherer leicht aus der Affäre ziehen.

Die Untersuchung fand nach der Definition von 19 Mindestkriterien statt, die den Versicherten eine 70-prozentige Chance auf Schadensregulierung liefern sollten. Lediglich sechs der untersuchten Verträge genügten dabei den Anforderungen.

Diesem in der Tat beunruhigenden Ergebnis stehen allerdings die Ergebnisse bei Stiftung Warentest gegenüber. Vor rund einem Jahr wurden hier 58 von 75 Tarife als „sehr gut“ bezeichnet. Ein weiteres Gegenargument gegen die Probleme bei der BU sind die geringen Zahlen von Beschwerden gegenüber dem Ombudsmann. Entsprechend mag vielleicht zutreffen, dass manche Vertragsbedingungen unklar formuliert werden, in der Folge bedeutet dies allerdings noch lange keinen Leistungsausschluss.

Aktuell verfügen in Deutschland lediglich drei Millionen Menschen über eine BU. Würde auf dem Markt mehr Transparenz geschaffen, ließe sich diese Zahl vermutlich leicht steigern. Die unlängst beschlossene staatliche Förderung ist sicherlich kein probates Mittel – „aufgeräumte“ Vertragsbedingungen schon eher.

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