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Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) deutlich kulanter als vermutet

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Die Darstellung von Versicherungen in manchen Medien ist überaus problematisch. Das mag auch daran liegen, dass niemand Meldungen über eine erfolgreiche Schadensregulierung interessiert und nur die wenigen Gegenbeispiele verwertbar erscheinen. So auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU).

Dass die Versicherer in der BU deutlich kulanter sind, als vielfach vermittelt wird, hat nun eine Untersuchung ergeben. Sie räumt gleichzeitig mit dem Vorurteil auf, dass die Schadensregulierung bei einer Berufsunfähigkeit oftmals systematisch herausgezögert wird.

Näheres berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) , wo klar und deutlich gesagt wird, dass die medienwirksam aufbereiteten Horrormeldungen seltene Einzelfälle sind. Der Branchenverband GDV hat hierzu eine Untersuchung durchgeführt und kommt zu dem Ergebnis, dass 98 bis 99 Prozent der Versicherungsfälle in der BU anstandslos reguliert werden.

Auch die Produktratingagentur Franke & Bornberg hat das Thema nun aufgegriffen und stellte fest, dass bei 22.000 Neuanmeldungen zur Berufsunfähigkeit (rund der Hälfte des gesamten Marktes) gerade einmal 69 Gutachter eingeschaltet wurden. Es handelte sich dabei um 49 unterschiedliche Mediziner, was den oft erhobenen Vorwurf der Gefälligkeitsgutachten deutlich abschwächt. Auch ging es bei drei Viertel der Gutachten um psychische und orthopädische Erkrankungen, die bekanntlich durch ein hohes Maß an Unklarheit gekennzeichnet sind.

Gewährt wurden Leistungen in 70 Prozent der Fälle, 30 Prozent sahen eine Ablehnung vor, die wiederum in 40 Prozent der Fälle eindeutig medizinisch begründet wurde. Die Fallbearbeitung in der BU nimmt durchschnittlich 170 Tage in Anspruch, wobei Ablehnungen mit 180 Tagen länger dauern als akzeptierte Anträge (160 Tage). Auch hier werden die Versicherer immer schneller.

Gewiss täuschen diese positiven Zahlen nicht darüber hinweg, dass es auch in der Sparte Berufsunfähigkeit „schwarze Schafe“ gibt. Daraus aber ein grundsätzliches Problem zu konstruieren, wird den Tatsachen nicht gerecht.

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