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Bericht: Wechsel in die PKV lassen nach

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Angeblich wechseln immer weniger Versicherte von der gesetzlichen Krankenkasse in eine Private Krankenversicherung (PKV). Das behauptet zumindest der Verband der Ersatzkassen (vdek) und spricht in diesem Zusammenhang von einem Rückgang von 360.000 auf 160.000 in den letzten zehn Jahren.

Ähnliches schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung über Techniker (TK), Barmer GEK und DAK-Gesundheit, die ebenfalls weniger Mitglieder an die PKV verloren haben sollen. Es handelt sich allerdings erst einmal nur um die Zahlen der gesetzlichen Kassen, während der PKV -Verband die Wechsler-Statistik erst im März veröffentlichen wird.

Zudem sollte man vor einer Interpretation genauer hinschauen. Ob der angebliche Wille zum Zurückwechseln in die gesetzliche Krankenversicherung, der teilweise unterstellt wird, tatsächlich mit steigenden Beiträgen zu tun hat, lässt sich schwer beurteilen. Das liegt allein schon daran, dass zahlreiche PKV -Anbieter seit Jahren stabile Beiträge kalkulieren und zudem deutlich mehr Rücklagen bilden als ihre gesetzlichen Mitbewerber.

Ebenfalls fraglich ist die Attraktivität der diesjährigen Prämienausschüttung durch die gesetzlichen Krankenkassen. 22 der 132 Versicherer möchten zwischen 30 und 139 Euro an ihre Versicherten auszahlen. In der PKV ist dies – bei Tarifen mit nicht genutzter SB – gang und gäbe und wird erst gar nicht erwähnt. Hinzu kommt, dass eine Fülle von Leistungen, die eine private Krankenversicherung übernimmt, in den gesetzlichen KV aus eigener Tasche gezahlt werden muss.

Kurz gesagt: ein Vergleich würde hinken und auch die Zahlen der Wechsel und Wechselwilligen bedürfte eines genaueren Hinsehens. Interessant wäre beispielsweise die Frage, wie viele Personen überhaupt hätten wechseln können. Schließlich steigen ja auch die Beitragsbemessungsgrenzen und das schneller als die Lohnentwicklung in vielen Branchen.

Doch warten wir hierzu erst einmal die Zahlen des PKV -Verbands ab.

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