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Auslandsreisekrankenversicherung: Probleme bei Schadensregulierung

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Es ist ein Fall, wie er sich in dieser Form sicherlich selten ereignet. Dennoch lässt sich aus dem verlorenen Rechtsstreit eines Familienvaters mit seiner Auslandesreisekrankenversicherung eine Menge lernen. Wichtig ist eine genaue und verständliche Dokumentation eines Krankheitsverlaufs inklusive Diagnose und Therapie.

Doch der Reihe nach, beginnend mit dem Verweis auf die Süddeutsche Zeitung, wo der Fall exakt geschildert wird. Das Amtsgericht München hat unter dem Az. 159 C 517/17 entschieden, dass die Behandlungskosten in Höhe von 1.343 Euro nicht zu erstatten sind, die Versicherung aber auch keine Nachforschungskosten in Höhe von 250 Euro gegenüber dem Familienvater geltend machen darf.

Der 42-jährige Familienvater war gemeinsam mit seinen beiden fünfjährigen Zwillingen nach Pakistan gereist. Dort zogen sich alle drei Magen-Darm-Probleme zu und mussten vor Ort behandelt werden. Die eingereichten Unterlagen wurden seitens der Versicherung allerdings als Fälschungen angesehen bzw. galten dieser als nicht aussagekräftig genug. Es ginge noch nicht einmal daraus hervor, dass überhaupt eine Erkrankung vorgelegen habe, geschweige denn, wie diese medikamentiert wurde.

In der Tat, so das Amtsgericht, fände sich auf den Rechnungen „unstreitig keine Diagnose“ und auch die „konkreten Behandlungen“ wurden nicht angegeben. Aus diesem Grund bestehe kein Anspruch auf Erstattung. Andererseits ließe sich in diesem Kontext auch nicht zweifelsfrei von Fälschungen sprechen, weshalb nun auch die Versicherung auf ihren Kosten sitzen bleibt.

Es empfiehlt sich somit, auch bei Behandlungen im Ausland bestimmte formale Kriterien einzuhalten. Diese lassen sich mit Sicherheit aus den Versicherungsbedingungen herauslesen oder in einer Anfrage klären.

Ein Kommentar

  1. „Diese lassen sich mit Sicherheit aus den Versicherungsbedingungen herauslesen oder in einer Anfrage klären“
    Und genau da liegt das Problem, wer nimmt denn die Versicherungsbedingungen mit in den Urlaub, da bleibt einem fast nur die Möglichkeit mit dem Versicherer per Mail (Zeitverschiebung) in Kontakt zu treten – hoffentlich bin ich darauf nie angewiesen.

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