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Atomkraftwerke: einheitliche Versicherung in der EU gefordert

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Das Thema mag ein wenig abseits des Endkundenfokus liegen, interessant ist es allemal und spiegelt vor allem die Vielseitigkeit der Versicherungsbranche wider. Es geht um die Atomkraftwerke in der EU, die selbstverständlich auch gegen die Folgen eines Unfalls versichert sind.

Der „Spiegel“ widmet sich den derzeitigen Versuchen von EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU), der eine einheitliche europäische Haftpflicht erwirken möchte. Das macht vor allem deshalb Sinn, da die Versicherungssummen zum Teil überaus gering ausfallen.

Ein Beispiel ist Frankreich, wo jeder Atommeiler mit lediglich 90 Millionen Euro abgesichert ist. In Bulgarien sind es sogar nur 49 Millionen Euro. Im Fall eines GAUs dürften Schäden in dieser Höhe schnell erreicht sein. In Deutschland trägt man dem Risiko deutlich eher Rechnung und rangiert bei einer Versicherungsssumme von zwei Milliarden Euro pro AKW. Ein Unfall wie der in Fukushima kostete nach Schätzungen des Nationalen Institut für Industrielle Wissenschaft und Technologie bis zu187 Milliarden Euro kosten und selbst bei dieser Zahl wird nicht deutlich, was alles einberechnet wurde.

Natürlich dient die Forderung nach einer einheitlichen Haftpflicht auch dem Zweck, die „wahren Kosten der Atomkraft“ sichtbar zu machen. Entsprechend werden Versicherungssummen von mindestens einer Milliarde Euro vorgesehen. Schätzungen zufolge, würden sich die tatsächlichen Kosten eines Atomunglücks in Deutschland aber auf rund 5.000 Milliarden Euro belaufen.

Die Rückversicherer gaben bereits an, dass sie solche Schäden nicht kalkulieren könnten, weil die herkömmlichen Modelle nicht ausreichen. Insofern lassen sich staatliche Garantien auch als versteckte Subvention interpretieren, denn so werden Versicherungskosten gespart.

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