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Angleichung der Arzthonorare zwischen PKV und GKV im Gespräch

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In der Diskussion über die Zukunft der Privaten Krankenversicherung (PKV) wird immer wieder eine Angleichung der Arzthonorare gegenüber denen der gesetzlichen Krankenversicherung gefordert. Im Rahmen des aktuellen Koalitionsvertrags wurde diesbezüglich eine Prüfung vereinbart.

Bei Pfefferminzia wird nun die Frage diskutiert, welche Auswirkungen eine Angleichung auf die Gesundheitslandschaft in Deutschland haben würde. Entscheidend ist dabei aber sicherlich die Frage, in welche Richtung die Angleichung erfolgt, d.h. ob die PKV in Zukunft die niedrigen Honorare aus der GKV zahlt oder diese ein „Upgrade“ erhält.

Letzteres ist angesichts der doch recht angespannten finanziellen Situation der gesetzlichen Krankenkassen nicht zu erwarten oder würde mit noch höheren Beiträgen einhergehen. Experten haben hierzu ausgerechnet, dass eine Angleichung für die Kassen mit mindestens sechs Milliarden Euro zu Buche schlagen würde.

In der PKV existieren hingegen enorme Rücklagen, die den Kostenfaktor weniger problematisch erscheinen ließen, zumal ohnehin schon das 2,3- bis 3,5-fache der gesetzlichen Honorare gezahlt wird. Es wird hier allerdings erwartet, dass durch eine Angleichung im Sinne eines Kompromisses bzw. Mittelwertes zu einer Abschaffung der PKV und Einführung einer Bürgerversicherung führen wird. Jede Arztpraxis würde dabei durchschnittlich 50.000 Euro jährlich verlieren.

Die Folge wäre wohl die Schließung zahlreicher Praxen, die ohne die Privatpatienten schlichtweg nicht mehr lukrativ wären. Ein anderer Ansatz wäre die Abschaffung der derzeitigen Budgetierung in der gesetzlichen Krankenkasse. Auf diese Weise könnten deren Leistungen ausgeweitet und mehr Konkurrenzfähigkeit hergestellt werden.

Eine politische Entscheidung in diesem Bereich steht aber ohnehin in den Sternen. Erst einmal stehen bis 2019 erst Reformvorschläge auf der Agenda. Und dann könnte sogar schon wieder in den Wahlkampfmodus für 2021 geschaltet werden, was einer einvernehmlichen Lösung im Wege steht. Es bleibt also nur halbwegs spannend ….

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