Rundum Versicherungsblog

Schadensregulierung, Berufsunfähigkeit und PKV News

Amoklauf in Winnenden: Haftpflichtversicherung übernimmt Schadensregulierung

| Keine Kommentare

Es war eine der größten Tragödien der letzten Jahre und Jahrzehnte. Die Rede ist vom Amoklauf von Winnenden, der naturgemäß auch für die Versicherungen von Relevanz ist. Nach fast fünf Jahren ist es in diesem Bereich endlich zur Einigung gekommen.

Der „Focus“ dokumentiert den Fall und nennt die Allianz als betroffenene Versicherung. Versicherter war der Vater des Amokläufers Tim K. der in die Haftung genommen wurde. Dabei betrug die Deckungssumme der abgeschlossenen Haftpflicht-Police im Bereich Personenschäden zwei Millionen Euro, die nun allerdings auf 50 Personen verteilt werden.

Dass diese Summen lediglich einem „Tropfen“ auf dem sprichwörtlichen heißen Stein entsprechen, versteht sich von selbst. Dennoch ist es als positiv zu werten, dass nun wenigstens diese Gelder freigegeben werden.

Der Gesamtschaden bzw. die Folgekosten der Tat belaufen sich auf 9,4 Millionen Euro. Die Stadt Winnenden verklagt nun die Eltern, die bislang in keiner Weise an der Schadensregulierung teilnehmen wollten. Offensichtlich hatte der Vater seine Pflicht zur sicheren Verwahrung der Waffe vernachlässigt und beide Eltern zudem ihre Aufsichtspflicht für den psychisch gestörten  minderjährigen Sohn verletzt.

Der Vater hat seinerzeit Klage gegen das Zentrum für Psychiatrie in Weinsberg eingereicht und sieht dieses in der Haftung, da keinerlei Hinweise auf eine potenzielle Gefährlichkeit des Sohnes gemacht wurden.

Die entstandenen Sachschäden sollte unterdessen ebenfalls von der Haftpflichtversicherung des Vaters übernommen werden. Hier liegt die Deckungssumme bei einer Million Euro. Die Allianz sieht hier allerdings Personenfolgeschäden und möchte daher lediglich die zugesicherten zwei Millionen zahlen.

Unter dem Strich bahnt sich hier ein trauriges Nachspiel einer unfassbaren Gewalttat an. Es ist zu hoffen, dass bald eine weitreichende Einigung erzielt wird und den Geschädigten zumindest teilweise Gerechtigkeit widerfährt.

 

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.