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Abschleppunfall: KfZ-Versicherung kann Schadensregulierung verweigern

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Wer im Straßenverkehr jemand anderen abschleppt oder sich abschleppen lässt, riskiert dadurch eventuell seinen Versicherungsschutz. Ein Urteil des Oberlandesgerichts München (Az: 10 U 3749/16) gab einem Versicherungsunternehmen Recht, das die Schadensregulierung verweigerte.

Dokumentiert wird der Fall auf der Webseite von T-Online unter dem Hinweis, dass manche Policen eine Klausel enthalten, wonach Schäden zwischen dem abschleppenden und dem abgeschleppten Fahrzeug nicht regulieren.

Im zugrundeliegenden Fall hatte sich ein Vater von seinem Sohn abschleppen lassen. Dieser hatte den Führerschein gerade erst frisch erworben und bremste im Rahmen des Abschleppvorgangs mehrfach stark ab. Die Folge: der Vater fuhr auf und es entstand entsprechender Sachschaden. Nach Angaben beider Fahrer war jedoch ein entgegenkommendes Motorrad für den Unfall verantwortlich und nicht die Unerfahrenheit des Sohnes.

Die Versicherung berief sich in ihrer Verweigerung auf die Ausschlussklausel. Demnach wird ein Unfall beim Abschleppen nur dann reguliert, wenn eine Einwirkung von außen stattgefunden hat. Dies war jedoch nicht der Fall. Zudem stellt sich die Frage, weshalb der Sohn nach dem ersten Abbremsen erst wieder Gas gab, bevor er erneut „in die Eisen“ trat. Dies ließe auf Unerfahrenheit und demnach ein Verschulden schließen.

Auch wurde mit einem Abschleppseil anstelle einer Abschleppstange gearbeitet, was ebenfalls besondere Sorgfalt erfordert hätte. Zuletzt wurde dem Sohn auch „vorgeworfen“, dass er mit einem Audi S4 und damit einem besonders stark motorisierten Fahrzeug unterwegs war, das es erst einmal zu beherrschen gilt.

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