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70 Prozent wechselwillig? Neuer Zündstoff in der PKV-Debatte

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In der Diskussion um die Zukunft der PKV bzw. die Einführung einer Bürgerversicherung, hat nun der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nachgelegt. Er ist unter anderem der Meinung, dass 70 Prozent der PKV -Versicherten direkt in die Bürgerversicherung wechseln würden.

Diese Zahl wird in einem Interview mit dem Tagesspiegel geäußert, wobei jedoch keinerlei Quelle genannt wird. In einer Antwort heißt es indes, dass sich 70 Prozent der Bürger die Bürgerversicherung wünschen, was aber vermutlich auch diejenigen einschließt, die derzeit in der weniger vorteilhaften gesetzlichen Krankenkasse versichert sind.

Auch spricht der SPD-Politiker davon, dass die Private Krankenversicherung (PKV) derzeit am „Ausbluten“ ist, was jedoch durch in etwa gleichbleibende Zahlen nicht zu belegen ist. Selbiges gilt für die Unterstellung, dass die Beiträge in der PKV schon jetzt „sehr stark an[steigen]„. Statistiken zeigen, dass die Steigerungen im Vergleich mit denen der gesetzlichen Krankenkassen geringer oder gleich ausfallen, wenn man von einige Ausreißern absieht.

Ob sich die Ärzte besser in Deutschland verteilen, nur, weil eine Bürgerversicherung eingeführt wurde, ist eine gewagte These. Eine strukturschwache ländliche Region wird vermutlich nicht plötzlich aufblühen und solvente Patienten werden wohl einfach mit einer Zusatzversicherung dafür sorgen, dass auch weiterhin Top-Leistungen durch ihre Ärzte erbracht werden.

Selbiges gilt für die Behauptung, dass die Bürgerversicherung zu geringeren Beiträgen für die breite Masse der Bevölkerung sorgt, die mit keinerlei konkreten Berechnungen einherzugehen scheinen.

Zuletzt geht es immer auch um die derzeit 233 Milliarden Euro, die die PKV als Rückstellungen sichert. Ob es hier zu einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts kommen muss und dieses Geld letztlich in eine Bürgerversicherung überführt werden darf, darf als mehr als fraglich gelten.

 

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