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120. Deutscher Ärztetag: Forderung nach PKV- und Krankenkassen-Reformen

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Im Rahmen des 120. Deutschen Ärztetages spielte natürlich auch die Frage nach einer Einführung der Bürgerversicherung eine Rolle. Im Wahljahr 2017 positionierten sich die deutschen Ärzte wieder einmal deutlich gegen die Pläne von Grünen, Linke und SPD und befürworten die Private Krankenversicherung (PKV).

Laut Ärzteblatt sollen „die bewährten und weltweit einmaligen Strukturen [nicht] ohne Not zer­schlagen“ werden – wie es in einem Beschluss des Ärztetages heißt. Im Umkehrschluss werden für den Fall einer Einheitsversicherung Rationierung, höhere Wartezeiten und eingeschränkte Leistungen befürchtet.

Interessant ist in diesem Kontext, dass auch manche Vertreter der Ärzteschaft für eine freiwillige Zusammenführung der gesetzlichen Krankenkassen und der PKV sind. Dies entspräche dann zum Teil dem Modell der Schweiz, in der es eine Pflichtversicherung für alle und darüber hinaus Wahlmöglichkeiten für eine bessere medizinische Versorgung gibt.

Auch wird kritisch angemerkt, dass die Versicherten in der PKV meist sowohl überdiagnostiziert als auch übertherapiert werden, was nicht im Sinne der Gemeinschaft sein kann. Weitere Kritikpunkte sind die – oftmals erwähnte – Problematik eines Tarifwechsels, der meist an der Unmöglichkeit einer Mitnahme von Altersrückstellungen scheitert.

Die gesetzlichen Krankenkassen kommen im Blick der Ärzte jedoch auch nicht besser weg. Hier besteht das Problem darin, dass 16 Prozent der ärztlichen Tätigkeit nicht bezahlt werden und es immer wieder zu Einschränkungen kommt. Bei einer Bürgerversicherung könnte diese Unterversorgung dann auch flächendeckend zum Problem werden, da Gleichheit schließlich auch ein „gleich schlecht“ bedeuten kann.

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